Corona-Virus - eine "harmlose" Pandemie?

Egal ob im Radio, Fernsehen, bei Instagram, WhatsApp oder Twitter - momentan redet die Welt nur noch über ein Thema. Es hört sich im ersten Moment relativ harmlos an, doch es ist besonders einprägsam: „Corona-Virus“. Der Ursprung dieses Themas liegt vermutlich weit von uns entfernt, nämlich in Asien, in dem Land China, in der Großstadt Wuhan, auf einem Wochenmarkt. Und doch ist es mittlerweile bei uns angekommen. Corona - ein Virus, das die ganze Welt im Griff hat: Schulschließungen, Ausfall von sämtlichen Veranstaltungen, rasant sinkende Börsenwerte, leer erscheinende Supermärkte.

Stehen wir vor einem Zusammenbruch der Wirtschaft und des Soziallebens? Ich sehe es jeden Tag auf Memeseiten… - verzweifelte Bürgerinnen und Bürger kämpfen mit Fäusten um die letzte Nudelpackung oder reißen sich die Haare für eine Packung Klopapier aus. Ist das alles nötig für solch eine „harmlose“ Virus-Pandemie?


Stand Mittwoch, den 18. März 2020 (16:00 Uhr), gibt es deutschlandweit 10.120 bestätigte Infektionen und 27 Verstorbene (Quelle). Das entspricht einer Sterberate von 0,2%. „Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren {…}“, sagte der bekannte Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am 01.03.2020. Demnach gäbe es bei 60% von 83,1 Millionen (Stand März 2020) Bürgerinnen und Bürger und einer Sterberate von 0,2% knapp 100.000 Tote.

Doch in anderen schwer betroffenen Ländern wie Italien sieht das ganz anders aus: hier gibt es 31.506 bestätigte Fälle und 2503 Todesfälle (Stand Mittwoch, 18.03.2020, 6:32), was einer erschreckenden Sterberate von knapp 8% entspricht. Bei einem gleichen Rechenbeispiel mit 60,48 Millionen Einwohnern (Stand 2018) gäbe es hier knapp drei Millionen Todesfälle.


Würde man dieses Rechenbeispiel nun auf die ganze Welt übertragen, so würde man bei einer Erdbevölkerung von 7,71 Milliarden (Stand 2019), einer durchschnittlichen Infektionsrate von 60% und einer durchschnittlichen Sterberate von 3,4% weltweit auf knapp 160 Millionen Tote kommen – das Doppelte der deutschen Bevölkerung!


Die Coronavirus-Pandemie ist, wie zu Beginn angenommen, keine „harmlose Viruspandemie“. Es ist das oberste Gebot, diese berechneten Zahlen niemals Wirklichkeit werden zu lassen. Dieses Thema betrifft uns alle und wir müssen alle an einem Strang ziehen, um diese Krise zu bewältigen. Doch was soll man tun als Privatperson? Hamsterkäufe? Soziale Abriegelung? Den Spaß am Leben verlieren?


Es liegt an jedem selbst, was er oder sie zu Zeiten des Coronavirus im gesetzlichen Rahmen macht.

Hamsterkäufe wären sinnlos, wenn es keiner machen würde. Doch macht es die eine Hälfte und die andere nicht, dann sind diese Leute diejenigen, die, käme es hart auf hart, an einem recht rasch eintretenden Zeitpunkt nichts mehr zu essen hätten. Ein gesunder Vorrat ist nicht übertrieben, aber sich die Haare wegen einer Klopapierpackung auszureißen und dann die Küchenrolle nicht zu beachten, ist eine reine Übertreibung!

Bei einem Infektionsverdacht unter Quarantäne gestellt zu werden und die sozialen Kontakte zu verlieren, mindestens zwei Wochen nicht aus dem Haus gehen oder Freunde sehen zu dürfen: ein Umstand, den wir uns vor einem halben Jahr nicht hätten vorstellen können, der nun aber hochaktuell und beängstigend ist. Ein Glück, dass wir im 21. Jahrhundert leben und Möglichkeiten wie Skype, WhatsApp und Instagram haben. Durch die sozialen Medien ist nun eine hervorragende Möglichkeit greifbar, um sich einer kompletten sozialen Abriegelung zu entziehen. Selbst wenn es, wie auch schon in Italien, eine komplette Ausgangssperre geben sollte, so bleibt immerhin die digitale Kommunikation.

Eine gute Möglichkeit, um nicht den Spaß am Leben zu verlieren, wäre es, Musik zu machen – ob allein zu Hause oder wie in Italiens Großstadt mit tausenden Nachbarn. Eine weitere Möglichkeit ist das Lesen. Auch das Videospielen ist eine gute Freizeitalternative während der „Coronazeit“. Doch das Gefragteste ist wohl die digitale Weiterbildung - sei es schulisch, beruflich oder nur aus eigenem Interesse. Doch auch hier ist wohl die größte Schwachstelle Deutschlands zu sehen: ein „digitaler Unterricht“? In deutschen Großstädten durchaus denkbar, in ländlichen Gegenden hingegen nicht realisierbar. Schuld daran ist die schlecht ausgebaute deutsche digitale Infrastruktur. Für Streaming wird ein durchgehender und guter Internetanschluss benötigt und das ist in ländlichen Gegenden nicht gegeben.

Wären die technischen Voraussetzungen gegeben, so käme es vermutlich trotz allem nicht zu einem „digitalen Unterricht“. Ein zu großer bürokratischer Aufwand, eine Frage des Datenschutzes, aber auch eine Frage der allgemeinen Medienkompetenz.


Doch das alles steht im Schatten eines noch größeren Problems, was ausnahmslos jeden Menschen betrifft: was passiert mit der Wirtschaft? Der DAX erlebte letzte Woche den schlimmsten Sturz seiner Geschichte. Von einem Rekordhoch von 13789 Punkten am 19.02 stürzt der DAX innerhalb eines Monats auf 8441 Punkte. Es ist ein Beben der Wirtschaft: Fabriken stehen still, die meisten Geschäfte wurden heute geschlossen, Reisegesellschaften und Hoteliers trifft es extrem. Ein deutlicher Trend zeichnet sich ab. Nicht nur die deutsche Wirtschaft wird an ihre Grenzen stoßen, sondern die ganze Welt wird wirtschaftlich in eine Depression fallen (wirtschaftliches Tief).


Die Corona-Pandemie ist längst schon nicht mehr harmlos. Sie hat sämtliche Bereiche unseres Lebens im Griff. Es sind nicht nur die Infektionen und Todesfälle - es ist auch die Wirtschaft, die soziale Kommunikation und die Bildung, die das Virus im Griff hat.

Jetzt schon über die Zukunft zu spekulieren, ist zu früh. Wir stehen am Anfang einer schwerwiegenden und geschichtsbedeutsamen Krise, die ihren Höhepunkt vermutlich noch nicht erreicht hat.


„Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt.“

(Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend in ihrer Ansprache an die Bevölkerung)


Man kann sich gewiss sein, dass diese Krisenzeit noch lange in den Köpfen der heutigen Generationen bleibt. Lernen wir GEMEINSAM, wie man sich gegen eine Pandemie stellt und machen das Beste aus dieser Zeit, denn das Leben muss weitergehen und irgendwann wieder zur Normalität zurückfinden.


Janne Hangen (freier Autor)


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