Heiß, heißer, am heißesten - die Erde schwitzt

Dieses Schiff hier ist doch schon irgendwie beeindruckend, oder?

Nein, keine Sorge, in diesem Artikel wird es nicht um irgendwelche Schiffsbauten oder Häfen gehen. Ferner geht es um das, wofür ein Team aus Wissenschaftler:innen im September 2019 mit genau diesem Forschungsschiff „Polarstern“ in die Arktis aufbrach, um ein Jahr lang festgefroren an einer Eisscholle die Entwicklung des Eises dort zu beobachten.

Im Oktober 2020 kamen sie dann mit einer erschütternden Nachricht zurück:

"Wir haben zugesehen, wie in der Arktis das Eismeer stirbt. Wenn es mit dem Klimawandel in der Arktis so weitergeht, wie es in der Vergangenheit abgelaufen ist, dann werden wir in wenigen Jahrzehnten im Sommer eine eisfreie Arktis haben."

Markus Rex, Leiter der Arktis-Expedition Mosaic mit dem Forschungsschiff Polarstern


Eisschmelze und Klimawandel - ist das Thema nicht langsam genug durchgekaut worden? Trotz der drastischen Klimaentwicklungen ist es wohl noch nicht bei allen angekommen, wie akut die Situation ist oder was diese beiden Aspekte oder auch die globale Erwärmung bedeuten. Also nehmen wir einen tiefen Atemzug und schauen uns die Grundlagen des Klimawandels an.



Der natürliche Treibhauseffekt


Apropos Atmen – ja, dazu brauchen wir Luft. Aber was macht es eigentlich möglich, dass wir hier auf der Erde nicht auch ständig in Raumanzügen oder mit Beatmungsmaschinen herumlaufen müssen? Verantwortlich dafür ist unsere ausgeklügelte Atmosphäre: In ihrer untersten gasförmigen Schicht (Troposphäre) befindet sich eben jene Luft, die zu ca. 78% aus Stickstoff (N2), zu 21% aus Sauerstoff (O2) und der Rest aus Wasserdampf oder Spurengasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Methan (CH4) besteht.

Und eben diese Spuren- bzw. Treibhausgase spielen eine entscheidende Rolle: Denn ohne sie läge die globale Durchschnittstemperatur nicht bei 15 °C, sondern bei -18 °C.


Wie genau funktioniert denn das jetzt alles mit diesem Treibhauseffekt?


Die Abbildung stammt vom Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE)

Wie ihr auf der Grafik sehen könnt, sendet die Sonne kurzwellige Strahlen auf die Erde, wo ein Großteil davon durch die Erdoberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt wird, die in Form von langwelliger Wärmestrahlung in die Atmosphäre abgegeben wird. Ohne die Treibhausgase würde die gesamte Wärmestrahlung im Weltraum verloren gehen, aber durch diese natürlichen Gase verbleibt die Wärme in der Atmosphäre - sie wirken also wie das Glasdach in einem Treib- bzw. Gewächshaus, weshalb es auch als Treibhauseffekt bezeichnet wird. Somit ist auch das Leben auf der Erde mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt möglich.


Warte mal… CO2 … ist das nicht der Stoff, über den in all den Debatten rund um den Klimawandel so gestritten wird, zum Beispiel beim Thema Verkehr und Autos?



Der menschengemachte (anthropogene) Treibhauseffekt


CO2 hier oder Methan da - ja, in jeder Diskussion um den Klimawandel fallen diese beiden Stoffnamen mindestens einmal und selbstverständlich ist an der Sache auch etwas dran: Seit Beginn des Industriezeitalters steigt die Konzentration der Treibhausgase stark an, beispielsweise durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, etc.) oder die (Brand-)Rodung von Wäldern, was zur Freisetzung von dem dort gespeicherten CO2 führt. In der Grafik seht ihr als exemplarisches Beispiel den rapide steigenden Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre:


Die Grafik stammt vom Umweltbundesamt.

Und wie verändert das jetzt den natürlichen Treibhauseffekt hin zum anthropogenen?



Wenn wir uns die obenstehende Grafik anschauen, sehen wir, dass weiterhin Sonnenstrahlung auf die Erdoberfläche trifft und Wärmestrahlung wieder abgegeben wird. Der wesentliche Unterschied ist aber, dass durch die vergleichsweise massivere Menge an Treibhausgasen, die durch menschengemachte Industrie, Auto-, Flug- und Schifffahrtsverkehr, und die Tierhaltung stetig vergrößert wird, fast die gesamte Wärmestrahlung innerhalb der Atmosphäre gehalten wird.

Einfach gesagt bedeuten mehr Treibhausgase also mehr Rückstrahlung, wodurch es auf der Erde stetig wärmer wird.



Globale Erderwärmung


Generell versteht man unter dem Klimawandel die langfristige Veränderung (Abkühlung oder Erwärmung) des Klimas auf der Erde, also sprechen wir nicht von dem Wetter, welches sich täglich ändert. Vor allem durch den menschengemachten Treibhauseffekt verzeichnet das Klima einen Erwärmungstrend.

Mittlerweile liegt der globale Temperaturanstieg laut Daten des Weltklimarates (IPCC) bereits bei 1°C. Einige, die schon einmal etwas von Warm- und Kaltzeiten gehört haben, würden jetzt vielleicht argumentieren, dies sei „normal“, aber die aktuelle Erwärmung läuft schneller ab als alle bekannten Erwärmungsphasen der letzten 65 Millionen Jahren.


Steigt die globale Temperatur weiterhin so an, hat das verheerende Folgen auf die Erde. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, wie sich die ganze Erderwärmung und der Klimawandel denn jetzt auf das Leben hier auswirken, dann seid gespannt auf einen unserer nächsten Artikel genau zu diesem Thema!


Calantha


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