Pen Pals Australia – Finde Freund:innen und lerne Englisch

„Denk daran: Die englische Sprache wird immer wichtiger – vor allem in der Berufswelt brauchst du sie, um weiterzukommen.“ Immer wieder hört man solche Sätze entweder von der Familie oder auch aus der Lehrerschaft und trotzdem ist vielen von uns nicht bewusst, wie wahr diese Floskeln doch eigentlich sind - denn im heutigen Zeitalter ist die Sprache tatsächlich als unentbehrlich anzusehen. Wenn man jedoch im Englischunterricht sitzt, die Grammatik auswendig und in steifen Texten anwenden lernen muss und höchstens mal ab und zu einen kreativen Brief an die imaginäre Brieffreundin oder den imaginären Brieffreund aus dem Englischbuch zu schreiben hat, kann einem schon die Freude am Erlernen der Sprache vergehen. Doch wie bei jeder anderen Sprache ist es auch hier so, dass man die meisten Vorteile und Erkenntnisse durch den echten Kontakt und vor allem durch das echte Verständigen mit anderen englischsprachigen Menschen zieht. Ob es das Auslandsjahr oder eine Reise in andere Länder ist - wir lernen eine andere Sprache erst wirklich sprechen, wenn wir es auch wirklich müssen.

Dies ist auch einer der Gründe, warum es nun seit diesem Jahr an unserer Schule ein Projekt gibt, welches den Namen „Pen Pals Australia – Finde Freunde und lerne Englisch“ trägt. Wie es der Name schon verrät, ist das Projekt darauf ausgerichtet, durch den Briefwechsel zu anderen australischen Schülerinnen die englischen Sprachkenntnisse aufzubessern und gleichzeitig andere Menschen kennenzulernen.


Dazu hat die JGS eine Brieffreundschaft zur katholischen Privatschule für Mädchen, dem St. Rita's College Clayfield in Brisbane aufgebaut. Unter der Leitung von Frau Alter und der australischen Lehrerin Mrs. Anders haben nun bereits 47 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse am 22. September ihre ersten Briefe aus der Hauptstadt des australischen Bundestaates Queensland erhalten. Daraufhin hatten diese nun die Zeit, einen Antwortbrief zu formulieren, für den sie als Hilfestellung eine Vorlage erhalten haben. Inhalte der Briefe sollte zunächst eine kurze in Textform verfasste Vorstellung der eigenen Person sein - weitere kreative Ideen wie Bilder, Fotos oder anderes waren zudem sehr zu begrüßen. Ziel ist es nun, einen regelmäßigen Kontakt zwischen den Schüler:innen der JGS und denen der australischen Schule herzustellen. Auch ein gegenseitiger Besuch scheint nicht ausgeschlossen. Aufgrund der derzeitigen pandemischen Lage, ist aber noch nicht klar, wann genau dieser stattfinden wird.


Die Vorteile des Projektes liegen auf der Hand:

Die Motivation zum kreativen Schreiben auf Englisch wecken, was wir als Schülerzeitung natürlich sehr befürworten. Außerdem heißt es auf dem Infoflyer, welchen die Schülerinnern und Schüler zuvor ausgehändigt bekommen hatten: „Finde Freunde“, „Lerne Englisch“, „Entdecke eine andere Kultur“. Alles drei sind wichtige Dinge, die einem sicher im weiteren Leben nur weiterhelfen können. Freundschaften mit gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen zu knüpfen und gleichzeitig das „echte“ Englisch im alltäglichen Leben kennenzulernen, scheint eine durchaus sinnvolle und spaßige Angelegenheit im Gegensatz zum eher theoretischen Unterricht zu sein. Durch das Eintauchen in eine komplett neue Kultur und Umgebung werden außerdem Grundbausteine für eine weltoffene und tolerante Sicht der Jugendlichen gelegt. Der Fokus soll nämlich auf Offenheit und Respekt gegenüber anderen liegen, wobei Äußerlichkeiten keine Rolle spielen.


Denn wo bei uns die Kühe auf den Weiden grasen, Bäche umher fließen und die Temperaturen im mäßigen Bereich liegen, ist das ca. 15.000 km entfernte Australien für seine Kängurus, die atemberaubende Küstenlandschaft und sein trockenes Klima bekannt. Scheint ganz so, als würde man in eine andere Welt eintauchen – und wahrscheinlich ist auch das genau der Anreiz für die jungen Schüler:innen: Die Welt erkunden, solange man die Möglichkeit dazu hat. Nach fast zwei Jahren in einer pandemischen Lage, ist das vielleicht auch langsam mal wieder an der Zeit. Und wer weiß – vielleicht lernt der ein oder andere ja das Land, die Kultur oder auch den ein oder anderen Menschen wirklich schätzen.