Corona: Zwischen Unsicherheit und Zuversicht

Als wir Ende des letzten Jahres nur ganz nebenbei etwas von einem neuartigen Virus irgendwo in China gehört haben, hat sich niemand von uns wirklich große Gedanken darüber gemacht. Es erschien uns allen noch ganz weit weg – immerhin liegt China auf einem anderen Kontinent und somit war die Chance, selbst von diesem Virus betroffen sein zu können, gleich null. Zwar hörte man immer mal wieder etwas in den Nachrichten zu neuen Corona-Fällen, aber wer hätte denn damals schon vermuten können, dass wir selbst nur ein paar Monate später wegen dieser Krise nicht mehr in die Schule gehen dürfen? Hatte man den Ernst der Lage etwa zu lang unterschätzt und hätten wir schon viel früher handeln sollen? Die Frage mag sicherlich berechtigt sein, aber jetzt ist es eindeutig zu spät, darüber nachzudenken.

Es ist jetzt an der Zeit, sich zu fragen, wie die Ausbreitung des Virus gestoppt oder zumindest erheblich verringert werden kann. Aktuell gibt es auch kaum mehr ein anderes Thema, über das berichtet wird: neue Infektionen hier, Geschäftsschließungen da – überall geht es ausschließlich nur noch um Corona. Deswegen wollten wir von euch wissen, wie ihr zu dem Thema steht:


Unsere Instagram-Story zur Umfrage

„Ich bin inzwischen genervt durch die Panikmache der Medien.“

(Schülerin über Instagram)


"Geschockt und fassungslos."

(Schüler über Instagram)


„Unsere Agentur muss schließen, aber alles Geldmacherei und Ungerechtigkeit.“ (über Instagram)


„Das Coronavirus macht mir, ehrlich gesagt, ziemlich Angst. Es ist zwar nicht gefährlich für mich persönlich, aber für meine Großeltern und andere ältere Verwandte und Freunde. Es ist schwer, die Ruhe zu bewahren, da man durch die

Medien gar nicht mehr um das Virus herumkommt. Überall wird darüber berichtet, spekuliert und vermutet, aber niemand weiß, wie lange das noch gehen wird und wie viele Betroffene es geben wird. Durch die Panik der anderen hat man automatisch auch Panik.

Hamsterkäufe sind mittlerweile zum Alltag geworden und eigentlich will ich diese auch nicht tätigen, aber dadurch, dass es oft so aussieht, die Supermärkte wären leer, habe ich persönlich Angst, dass nichts mehr übrig bleibt, weshalb ich mittlerweile auch auf Vorrat kaufe.

Ich bin mal gespannt, wie es weitergehen wird und wie lange die Schulen jetzt letztendlich geschlossen bleiben

Bleibt gesund!“

(über Tellonym)


„Ich fände es gut, wenn die Menschen mal zu Hause bleiben und sich schützen würden.“

(Schülerin über Instagram)


„Also ich finde das berechtigt, dass alte Leute sich Sorgen machen, aber generell finde ich, dass zu viel Panik gemacht wird.“

(Schülerin über WhatsApp)


„Ich finde es an sich in Ordnung, wenn man sich mal ein/zwei Packungen Nudeln mehr mitnimmt, um nicht so häufig einkaufen zu müssen und so das Risiko zu senken, sich zu infizieren oder auch andere anzustecken. Aber wenn die Polizei kommen muss, weil sich manche um 50kg Mehl (!) streiten oder wenn sich jemand Vorräte für ein halbes Jahr kauft, ist das nicht mehr vernünftiges Vorausschauen, sondern einfach übertrieben und unnötig. Außerdem ist es unfair anderen gegenüber, die dann kaum noch Essen oder andere Dinge, die man im Alltag benötigt (z.B. Klopapier), erwerben können, weil alles leer gekauft aussieht, bevor überhaupt wieder etwas aufgefüllt werden kann.

Dass einige Menschen, die nicht zu der Gefahrengruppe gehören, keine Panik vor dem Corona-Virus haben und sich deshalb weiter mit Freunden treffen oder in andere Länder reisen, weil die Flüge jetzt günstig sind, ist ja an sich nichts Schlechtes. Wäre da nicht der Punkt, dass man nicht nur Infizierter sein kann sondern auch gleich Überträger. Wenn also jemand Junges sich mit Corona infiziert, aber die Erkrankung mild verläuft, kann diese Person immer noch Ältere oder Vorerkrankte anstecken, für die es dann weitaus schlimmere Folgen haben kann. Man sollte also nicht bloß an sich selbst denken, wenn man überlegt, ob man unbedingt unter Leute gehen und dann am nächsten Tag die Großeltern besuchen will, sondern auch an andere, auf deren Gesundheit es mehr Auswirkungen hätte.“

(Schülerin über WhatsApp)


„Wie immer – zu Hause rumsitzen und nichts tun.“

(Schüler über Instagram)


„Gelassen – ich lebe wie gewohnt.“

(Schüler über Instagram)


„Hoffentlich solidarisch, verantwortungsvoll und rational.“

(Schülerzeitung die neue eule aus Kassel)


„Für die Abiturienten echt mies.“

(Schülerin über Instagram)


„Das Virus hat uns am vergangenen Samstag endgültig eingeholt. Die Schulleitung der JGS hat ab 11.00 Uhr getagt und die Umsetzung der Schulschließung, das Versorgen der Schüler*innen mit Aufgaben, die Organisation der Betreuung und nicht zuletzt die Durchführung des Landesabiturs 2020 vorbesprochen.

Ich sitze jetzt in der Bernhard-Faust-Straße und koordiniere gemeinsam mit Frau Sackmann die sogenannte Notbetreuung (Eine Betreuung von Kindern, deren Eltern systemrelevante Berufe ausüben.)

Wir haben hier jeden Tag zwei oder drei Kolleg*innen vor Ort, um die angemeldeten Kinder von 08.15 Uhr bis 13.30 Uhr zu betreuen. Darüber hinaus erarbeite ich Wochenpläne für meine Klassen, um eine Weiterarbeit zu Hause möglich zu machen und korrigiere Klassenarbeiten.

Ich glaube, die für die Schule geltenden Maßnahmen sind vernünftig und gut und ich habe das Gefühl, dass Schülerinnen und Schüler, deren Eltern, sowie Kolleginnen und Kollegen mit einer unaufgeregten Herangehensweise zu einem möglichst guten Verlauf dieser außergewöhnlichen Situation beitragen.

Ich hoffe, dass wir am Donnerstag ins Abitur starten können und möglichst viele dieses auch erfolgreich beenden werden. Und dann freue ich mich schon heute auf einen Wiedereinstieg in das "normale Leben" - wann auch immer das sein wird.

LG und bleibt gesund,

Michael Koslowski“


„Ich halte mich an die Empfehlungen der Virologen, damit meine Familie, Freunde und auch ich im Falle der Erkrankung bestmöglich medizinisch versorgt werden können. Dies kann nur gelingen, wenn wir das Virus verlangsamen. Die Maßnahmen, wie zum Beispiel die Schulschließungen, können aber nur etwas bringen, wenn sich wirklich ALLE an die vorgegeben Regelungen halten.

Euch muss klar sein, dass nicht die Kinder und Jugendlichen zur Risikogruppen gehören. Aber sie bezahlen einen hohen Preis, damit die Erkrankungen nicht in die Höhe schnellen.

Mir fehlt hier in diesem Land das "Zurückstecken" jedes Einzelnen und das Wahrnehmen der Ernsthaftigkeit in dieser Situation.

Ich frage mich wirklich: Ist es in diesem Land nicht möglich, eine Zeit lang auf ein wenig Luxus und Freiheit zu verzichten?

Eben weil sich manche nicht an die Auflagen halten, musste die Regierung ja diese Maßnahmen ergreifen. Appell reicht in unserem Land anscheinend nicht aus.

Von Solidarität haben wohl viele noch nichts gehört.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich bereits am Anfang der Krise meine "Hamsterkäufe" getätigt habe, um jetzt meine Kontakte einzuschränken.

Außerdem bin ich davon überzeugt, dass es auch bei uns zu einer Ausgangssperre kommen wird.

Das ist dann leider schade für die, die sich schon bis jetzt an die Empfehlungen gehalten haben.

Ich danke bereits jetzt den Mitarbeitern in medizinischen Berufen etc., die nun jetzt unser idiotisches Verhalten ausbaden müssen.

Viel Glück🍀 auf unserem Weg, der vor uns liegt.“

(Elternteil)

Wir danken euch für eure zahlreichen Rückmeldungen! Bitte beachtet, dass wir einige Kommentare in kleinen Teilen abändern mussten, damit einige Dinge nicht falsch dargestellt werden - vor allem im Bezug auf "leergekaufte" Läden. Leergekauft sind die Supermärkte eigentlich nicht - es dauert aber etwas, bis leere Regale wieder aufgefüllt werden. Auch kleine Rechtschreibfehler haben wir ausgebessert. Solltet ihr noch weitere Rückmeldungen oder Meinungen haben, könnt ihr uns diese gern über Instagram, Tellonym oder per Mail mitteilen, da wir auf unserer Homepage aus rechtlichen Gründen keine Kommentare schalten dürfen.


Die Reaktionen sind teilweise sehr unterschiedlich ausgefallen: die einen haben mehr Angst, die anderen weniger.

Aber bei einem sind wir uns (hoffentlich) alle einig: jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, die Verbreitung des Virus einzudämmen, indem man sich an die Regeln hält. Reine Panikmache hilft aber niemandem von uns.


Wir hoffen, diese Krise so gut wie möglich gemeinsam bewältigen zu können und wünschen euch allen natürlich viel Gesundheit.


Eure Klartext.-Redaktion

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